Amorbacher Weg

frankfurter bembel Der Amorbacher Weg befindet sich nördlich des Südfriedhofs zwischen Altes Schützengässchen und Unterster Zwerchweg. Zu Frankfurt – Sachsenhausen hat Amorbach erst einmal keinen direkten Bezug, also muss ich mir etwas einfallen lassen: ich setze voraus, dass der Armorbacher Weg seinen Namen vom unterfränkischen Städtchen Amorbach erhält. Das liegt ca. 80 km südöstlich von Frankfurt, mitten im dichtesten Odenwald. Was hat es mit Sachsenhausen zu tun? Ich tauche gerne in seine Geschichte ein, weil ich vor Ewigkeiten schon mal da war, mich aber nicht mehr gut erinnere.

Berühmtes Benediktinerkloster und lieblicher Bach Amor …

Das Städtchen Amorbach ist klein, dafür aber sehr alt; 2013 feiert es den 760igsten Geburtstag. Einst steht hier, am Amorbach nur ein Benediktinerkloster, das Kloster Amorbach. Weil es aber immer mehr Menschen in die Nachbarschaft zum Kloster zieht, wächst der Ort schnell. Als er 1253 die passende Größe erreicht hat, nennt man ihn fortan eine Stadt mit Stadtrechten und benennt sie nach dem Bach Amor, an dem sie sich installiert hat. Doch wie zu vermuten ist, hat derselbige sich seinen Namen woanders hergeholt – von Amor, dem römischen Gott der Liebe, dem Cupido mit dem Pfeil. Doch Amor steht für die (meist vorübergehende) Phase der Liebe, in der man verliebt ist. Ich höre von Benediktinermönchen, die sich hier besonders der Seelsorge widmen – das kann Liebe sein.

Goethes Götz – ewig unvergessen ….

Das Kloster Amorbach ist also älter als die Stadt selbst (gegründet vermutlich um 734). Es ist eines von vier Klöstern (Kloster Mosbach, Kloster Lorsch, Kloster Fulda), die in karolingischer Zeit die Aufgabe übernehmen, den riesigen und leeren (Oden-)Wald zu besiedeln. 1803 endlich wird das Kloster säkularisiert und fällt in die Hände der Leininger Fürsten. Eine lange Zeit mit viel Geschichte! Auch die Geschichte des Städtchens Amorbach ist umfangreich und erzählt von jahrhundertelangem Wechsel zwischen Aufschwung und Niedergang – sehr spannend. Das Wichtigste nur soll hier erwähnt sein: Im Rahmen des Deutschen Bauernkrieges taucht 1525 der Ritter Götz von Berlichingen in Amorbach auf. Da ist er also, der Bezug zu Frankfurt und wie so oft zu Goethe, dem Meisterdichter. Seit Generationen nämlich sorgt selbiger mit seinem Götz von Berlichingen für ganz schnellen Aggressionsabbau.
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