Briandring

frankfurter bembelDer geistige Vater des Briandring in Sachsenhausen ist Aristide Briand. Er wird 1862 geboren und dann wird er Politiker! Das liegt womöglich daran, dass das Kind bereits früh so vielen Menschen aus fernen Ländern begegnet. Die Eltern führen ein Café im Hafen von Saint-Nazaire und das liegt direkt an der Loire-Mündung im westlichen Frankreich.  Wenn das nicht beste Schule für später ist! Wenn das nicht den Blick für Fremdes und das Herz für Andersartiges öffnet! Wo sonst, bitteschön, könnte man Menschen besser verstehen lernen, als in einer Hafenkneipe?

Aus der Kneipe in die Politik …

Er geht den Weg, den viele gehen. Aristide macht das Abi, dem das Jurastudium in Paris folgt. Dort schreibt er für ein sozialistisches Blatt und spricht offen über soziale Ungerechtigkeit. Als fertiger Anwalt allerdings kehrt er nach Saint-Nazaire zurück, um jetzt seine lokal-politische Karriere zu beginnen. Die wird durch eine durchaus gefährliche Verleumdungsklage gestört, was aber nicht schadet, es macht stärker – er gewinnt!

Frankreich, die Wiege des Generalstreiks …

Dennoch, er scheint enttäuscht. Er wendet sich der nationalen Politik zu und wird aktives Mitglied einer sozialistischen Partei. Die gesellschaftlichen Ungerechtigkeiten im Land bringen ihn auf und er erfindet den Generalstreik als probates Mittel der Arbeiterschaft gegen soziale Ungerechtigkeit. Das scheint wenig diplomatisch. Doch Aristide Briand erweist sich immer wieder als hervorragender Diplomat + findet gangbare Wege zwischen oder für höchst zerstrittene Parteien.

Aristide Briand, Friedensnobelpreisträger …

1906 wird er Kultusminister unter dem bürgerlichen Ministerpräsidenten F. Sarrien und versöhnt sich selbst mit den Bürgerlichen. Immer wieder einmal ist er kurzfristig Premier, doch sein Gewicht liegt auf Außenpolitik und Diplomatie. Europa braucht das, vor allem nach dem Krieg. Er bemüht sich um Abrüstung und Annäherung zwischen Siegern und dem Verlierer, kritisiert den Versailler Vertrag, erarbeitet die Verträge von Locarno, wofür er 1926 zusammen mit Stresemann den Friedensnobelpreis erhält.
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