Carl-Barthel-Weg

frankfurter bembelWer ist Carl Barthel und warum befindet sich der Carl-Barthel-Weg, eine kleine Straße in Sachsenhausen, in unmittelbarer Nachbarschaft zur Esperantostraße? Die Frage ist ganz einfach zu beantworten – weil es nämlich einen Zusammenhang zwischen Esperanto und Carl Barthel gibt!

Esperanto ist eine künstliche, bewusst erschaffene Sprache, die durch den polnisch jüdischen Arzt Ludwik Zamenhof entwickelt wird und sich um 1900 bereits in weiten Teilen des Globus etabliert hat. Esperanto ist eine Sprache, die frei von allen, über die Entwicklungsgeschichte der Menschheit hinweg prägenden Einflüsse, gelernt werden kann. Esperanto ist eine leicht zu lernende Plansprache, eine sprachliche Brücke, die helfen soll, Kulturen, Nationen, Religionen, Völker … miteinander zu versöhnen und zu verbinden.

Carl Barthel ist Begründer und Vorsitzender der Frankfurter Esperanto-Gesellschaft. Er ist Freimaurer und Pazifist und als solcher hat er ein Interesse am Brückenschlag zwischen unterschiedlich denkenden Menschen aller Nationen und Denkrichtungen. Eine Sprache der Hoffnung soll verbinden – Esperanto!

Pazifisten und Freimaurer! Auch Carl von Ossietzky, Kurt Tucholsky und der Friedensnobelpreisträger Henri La Fontaine gehören der Freimaurerloge an und hier begegne ich einer höchst interessanten Information: Henri La Fontaine ist ein konsequenter Verfechter der Idee, dass alle Menschen freien und uneingeschränkten Zugang zu allem zur Verfügung stehendem Wissen haben sollten!!! Deshalb gründet er 1907 die Universelle Bibliothek! Für La Fontaine ist das die Grundvoraussetzung für ein friedvolles Miteinander. Er legt damit den geistigen Grundstein für ein uns heute so selbstverständliches Medium und das in einer Zeit, in der Europa geradewegs auf eine Katastrophe zusteuert.

Carl Barthel wird 1875 geboren und stirbt 85-jährig 1960 in Frankfurt – wohl Grund genug, eine Straße nach ihm zu benennen.

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