David-Stempel-Straße

frankfurter bembelNomen est omen? Wer kennt ihn nicht, den Stempel? Ich gebe zu, dass ich mir nie zuvor Gedanken gemacht hatte, warum der Stempel Stempel heißt. Jetzt ist es soweit und die Konstruktion einer Brücke zu David Stempel und damit zur David-Stempel-Straße in Sachsenhausen fällt leicht. Das Wort „Stempel“ hat seine Wurzel im Italienischen, die da lautet stampare = drucken. Der Stempel bekommt also seinen Namen von David Stempel, einem Mann, der Ende des 19. Jahrhunderts in Frankfurt eine Schriftgießerei gründet. Passt doch!

David Stempel, en eschde Frankforder …

David Stempel wird 1869 in Frankfurt am Main geboren und mit nur 26 Jahren gründet dieser junge Mensch ebenda eine Firma, eine OHG, gibt ihr seinen Namen und bleibt damit in aller Munde – generationenlang. Drei Jahre später kommen die beiden Teilhaber Cunz und Scondo dazu und man beschäftigt sich auch mit der Produktion von Maschinen und Maschinenteilen für die Buchdruckerei. Dann folgen, wie anderswo auch, Übernahmen, mit denen das Unternehmen in den Besitz alter Schriftmatritzen aus anderen Epochen gelangt. Damit ist ab 1900 der Weg für das Unternehmen frei, als einziger Schriftenlieferant für die in Bad Homburg ansässige Linotype-Gesellschaft zu avancieren. Ab 1905 ist aus der OHG eine Aktiengesellschaft geworden, die durch weitere Aneignungen in den Besitz interessanter Schriftmatrizen gelangt, Schriftenstile, die man auch heute noch kennt und nutzt.

Die Brücke in die Moderne – digital statt Stempel … Stimmt auch nicht ganz.

Die Verbindung der Stempel AG zu Linotype ist zukunftsweisend – sie bildet die Brücke in die Moderne. Durch sie können nun alte Schriften nicht mehr nur gedruckt, sondern gleichermaßen auch digital verwendet werden. 1927 stirbt der Unternehmer David Stempel mit nur 58 Jahren – geblieben von einst ist der Stempel.
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