Dreieichstraße

frankfurter bembelDie Dreieichstraße kommt nicht bis Dreieich. Sie entspringt im Norden Sachsenhausens der Ignaz-Bubis-Brücke, dann aber zeigt sie nur nach Süden in Richtung Dreieich, verliert sich still in der Darmstädter-Landstraße und aus ist´s! Immerhin, sie ist eine breite Einbahnstraße, womit man durchaus auf ihre Bedeutung rückschließen kann.
Die Geschichte hinter ihrem Namen ist interessant. Vor den ziemlich eng gesteckten mittelalterlichen Stadtmauern des jungen Sachsenhausen liegt der Frankfurter Stadtwald. Die östliche Grenze des Dorfes befindet sich ungefähr da, wo heute die Dreieichstraße verläuft. Der Stadtwald ist Reichsgut und gehört zum Wildbann Dreieich und damit dem König. Dieser wiederum hat das alleinige Jagdrecht in seinem Bannwald, das er aber gegen Bezahlung mit anderen teilen (oder verschenken) kann. Doch so ein großer, wichtiger Wald, der nicht nur dem König und seinem Gefolge zum Vergnügen dient, sondern auch Lieferant für Holz, Mast (Viehfutter: Eicheln und Bucheckern) und Wild ist, muss vernünftig verwaltet werden. Als erster Verwalter, von dem man 1338 Kenntnis erhält, wird Eberhard von Hagen mit seinem Verwaltungssitz auf Burg Hayn in der Dreyeich genannt. Laut Aussagen muss der Mann hier mit sehr strenger Hand für Ordnung sorgen. Wer hier wildert oder Holz klaut, der muss mit äußerst drastischen Strafen rechnen oder gar mit dem Leben bezahlen.
Mitte des 14. Jhd. wird es aufgrund des Verhaltens des Landvogts Ulrich III. von Hanau um Frankfurt herum politisch eng. Er benimmt sich richtig schlecht und verfolgt nur seine eigenen Interessen. Deshalb wollen die Frankfurter seine Pfandrechte am Reichsgut „Wald“ und sein Schultheißenamt ablösen und in die eigenen Hände nehmen. 1372 gelingt das, doch es kostet sie ein Riesenvermögen. Allerdings ist damit der Grundstein für die freie Stadt Frankfurt gelegt, die ab jetzt die Ernte aus ihrem Stadtwald voll selber einfahren darf.
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