Sachsenhausen = Dribb de Bach

frankfurter bembel Da, wo die Sachsen hausen – die Legende …

Eine gefällige Legende um die Entstehung Sachsenhausens weiß zu erzählen, dass dieser Stadtteil seinen Namen von den im Krieg bezwungenen Sachsen haben soll. Karl der Große soll sie im 8. Jahrhundert südlich der Königspfalz Frankfurt zwangsangesiedelt haben. Doch das ist die Legende.

Wieso SACHSENhausen? Der Wahrheit wohl am nächsten …

Vielmehr vermutet man, dass der Name Sachsenhausen seinen Ursprung im mittelhochdeutschen Wort „Sasse“ hat. Sassen nannte man derzeit die Bewohner einer Stadt, die nicht über die vollen Bürgerrechte verfügten, sondern nur das kleine Bürgerrecht innehatten – solche, die nur den Schutz einer größeren Stadt suchten oder hier nur ihren Wohnsitz haben wollten. Auf dieser Basis entstand also im Mittelalter Sachsenhausen, ein Stadtteil, der von Beginn an zu Frankfurt gehörte und nie eigenständig war. Deshalb musste Sachsenhausen auch nie, wie andere Orte, eingemeindet werden – es war schon immer Frankfurt.

Dribb de Bach oder die Funktion des Main ….

Doch ein Fluss, in diesem Fall der Main, trennt nicht nur geographisch. Ein Fluss kann auch Gemüter, kann Geister trennen, weshalb man davon spricht, dass die Sachsenhäuser zwar Frankfurter, die Frankfurter aber nicht zwingend Sachsenhäuser seien! Hurra, es lebe schon mal die Selbsticherheit! Sachsenhausen oder Dribb de Bach, wie man es früher nannte, war ein selbstbewusstes Dorf, dessen Sassen sich ihrer Individualität stets bewusst waren. Sie zierten sich so gar nicht, redeten wie ihnen das Maul gewachsen war und arbeiteten fleißig in ihren Berufen. Als Gärtner, Weinbauern, Gerber, Bäcker, Fischer, Schiffer und vieles andere waren sie ausgesprochen erfolgreich – das prägt.

Ebbelwoi und andere Kulturgüter ….

Die Sachsenhäuser lebten in einer gegensätzlichen Welt zu der mondänen Welt der Frankfurter. Wollte man Kultur, so musste man früher über die Alte Brücke nach Hibb de Bach (die Frankfurter Altstadt), in Sachsenhausen gab´s sowas nicht. Heute ist das ganz anders! Sachsenhausen ist ein längst nicht mehr geheimer Geheimtipp und längst nicht nur wegen des hervorragenden Ebbelwoi berühmt und beliebt. In Sachsenhausen gibt es inzwischen fast alles: Mode, Kunst, Musik, Theater, Kneipen …, freilich vieles ein wenig anders als in der großen Mutterstadt Frankfurt, aber es ist da!

Verliebt in Sachsenhausen ….

Während eines Streifzuges durch die Straßen von Sachsenhausen wird aus so manch einem Besucher ein rechter Liebhaber. Und sollten ihn kleine und große Geschichte und Lifestyle längst vergangener Zeiten rund um Sachsenhausen und Frankfurt interessieren, so braucht er sich für den Anfang nur einmal an ihren Straßennamen zu orientieren – hier wird er einen leichten, doch gleichermaßen interessanten Einstieg in die Geschichte und das alte Leben der Sachsenhäuser + Frankfurter finden …

3 Gedanken zu “Sachsenhausen = Dribb de Bach

  1. Ok, manch einer wird meine Begeisterung für das neue Sachsenhausen nicht teilen können – mag sein. Aber es ist wie immer: Alles hat mindestens zwei Seiten und “was dem einen sin Uhl, ist dem andern sin Nachtigall” ♥♥ …

  2. Am 4. November 2014 habe ich meiner Lieblings-Großstadt Frankfurt einen 2-Tage Besuch abgestattet und war natürlich auch in Sachsenhausen. Stundenlang bin ich herum gelaufen und habe nach geeigneten Straßen-Bildmotiven für diese Internetseite gesucht und nicht gefunden. Das Wetter war entsprechend …. es war grau. In Sachsenhausens Mörfelder Landstraße tobte der Presslufthammer, sodass ich mich szs. in die Seitenstraßen des Heimatrings schlagen musste um dort zu fotografieren, was mir vor die Linse kam. Das gibt´s dann halt später, wenn die diversen Straßen der Siedlung eingestellt sind … Im Brückenviertel war tote Hose + irgendwie schien mir, dass sich der Szene-Stadtteil Sachsenhausen verändert …

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