Dürerstraße

frankfurter bembel In diesem Falle ist nicht Albrecht Dürer der geistige Vater der Dürerstraße in Sachsenhausen. Warum nicht? Sie werden es später erfahren.
Albrecht ist ein Zeitgenosse Holbeins und wird nur 6 Jahre später als dieser, 1471, in Nürnberg geboren. Auch er wird ein sehr berühmter Künstler der Renaissance. Vielerorts, wo man früher so hinkam, traf man auf seine berühmtesten Werke: Den Feldhasen und die zum Gebet gefalteten Hände. Gemalt, gestickt, in Kupfer oder Zinn getrieben, wobei der Eichenholz-Rahmen auch nicht weit war! Wenn Dürer das geahnt hätte …

Dürers Herkunft und einige Hintergründe …

Albrecht stammt aus einer Handwerkerfamilie. Der Vater ist Goldschmied und damit muss er etwas von Kunst verstehen – damals zumindest. 1467 heiratet der Vater die nur 15 jährige Barbara (das war so üblich), die ihm nach vier Jahren als drittes Kind den Albrecht schenkt – eines von 18 (zehn und nochmal acht!) Kindern in 25 Jahren! Wieso reden also alle über den Sohn, der zugegebenermaßen ein wirklich großer Künstler ist? Wieso redet eigentlich niemand über Frau Barbara, ein offensichtlich leistungsstarkes Rückgrat der Gesellschaft?

Nicht Albrecht sondern Barbara …

Jetzt gucke ich sie mir genauer an und treffe die vielleicht folgenschwere Entscheidung: Die Dürerstraße in Sachsenhausen ist nach Barbara Dürer, geb. Holper, benannt! Bei der Recherche treffe ich auf eine interessante Information: In Nürnberg, der Geburtsstadt Albrechts, ist man sich der Leistungen von Frau Barbara inzwischen bewusst und räumt ihr und andern Damen der Gesellschaft einen breiten Rahmen ein.
Das sollte mal in Frankfurt geschehen. Denn bis jetzt bin ich, auf meinem Streifzug durch die Straßen von Sachsenhausen, außer einer Heiligen, der heiligen Elisabeth, noch keiner Frau begegnet, deren Namen man sich für eine Straße ausgeliehen hätte.
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