Esperantostraße

frankfurter bembel Mit der Esperantostraße in Sachsenhausen gedenkt man eines Mannes und seiner Leistung, die er in Sinne der Völkerverständigung erbracht hat. Esperanto ist eine künstlich geschaffene Sprache, eine sog. Plansprache, die dazu beitragen soll, dass sprachliche Barrieren zwischen Menschen unterschiedlicher Muttersprachen überwunden werden. Sprachliche Barrieren überwinden kann auch bedeuten, zwischenmenschliche Barrieren abzubauen, was das Zusammenleben von Menschen ganz unterschiedlicher Kulturen erleichtern kann, sofern man will.
Aufklärung als Grundlage …
Die Grundlagen für Esperanto legt der jüdische Arzt und Philologe Ludwik Lejzer Zamenhof. Er wird 1859 in einer polnischen Stadt geboren, in der verschiedene ethnische Bevölkerungsgruppen ihre Heimat haben. Deutsche, Weißrussen, Polen und Juden bevölkern die Stadt und man kann sich denken, Verständigung ist schwierig. Ludwik wächst in einem liberalen Umfeld auf, er wird im Sinne der jüdischen Aufklärung (Haskala) erzogen, was Herz und Verstand öffnet. Und so versteht man durchaus, dass sich der Student Ludwik, der 1882 auf Grund der damaligen Gewaltakte gegen Juden eine zionistische Vereinigung gründet, dann doch anders entscheidet.
Eine Welt – kein neuer Gedanke …
Sein Sinn wandelt sich und er plädiert für ein europäisches Bürgertum, das sprachliche, religiöse und kulturelle Hindernisse überwinden sollte. Dazu braucht es erst einmal eine gemeinsame Sprache – Esperanto. Daran arbeitet er und 1885 liegt sein fertiges Konzept vor. Der Weg, den die künstliche Sprache bis zu stabilerer Akzeptanz zu gehen hat, ist schwierig, doch um 1900 hat sie sich in weiten Teilen Europas etabliert.    
Heute sprechen tausende Menschen weltweit diese relativ leicht zu erlernende Sprache und demonstrieren damit ihre Offenheit und Bereitschaft zur Verständigung aller Völker und Menschen untereinander. Und so hat Zamenhof doch sein Ziel erreicht.
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