Franz-Lenbach-Straße

frankfurter bembel In diesem Viertel befindet sich Franz Lenbach in allerbester Gesellschaft: Künstler unter sich! Die kurze Franz-Lenbach-Straße verbindet Thorwaldsenstraße und Böcklinstraße miteinander.
Franz Lenbach + einen Teil seiner Kunst kenne ich vom Lenbachhaus in München, das ich vor Jahren mit einem flinken Knirps besuche. Der Knirps will blitzschnell dort eine Stele umschmeißen, weil ihn die Kunst so gar nicht interessiert – er will heim. Wie peinlich! Ich dagegen bin von Lenbachs Arbeiten fasziniert und muss dennoch gehen.

Franz Lenbach – Fürst ohne Fürstentum …

Man nennt Franz Lenbach den Malerfürsten, weil er sich selbst und seinen Lebensstil ins rechte, von ihm gewünschte, Licht zu setzen weiß. 1836 wird er ca. 70 km nördlich von München in Schrobenhausen geboren. Bereits in der Schule fällt der Junge durch seine überragenden Leistungen auf; wird schon als Teenager in Augsburg an der Kunstakademie ausgebildet, um dann eine bemerkenswerte Karriere zu starten. Auch als Portraitmaler geht er in die Kunstgeschichte ein, malt Promis seiner Zeit, als da wären Papst und Adelige, Leute aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft – er malt sich in die Upper Class – mit größtem Erfolg! Für seine Kunst dienen ihm Malergrößen wie Rubens und Tizian als Vorbilder und auch die Fotografie, die bereits zu seinen Lebzeiten erste Triumphzüge feiert, dient ihm mitunter als Hilfsmittel.

Das Leben inszenieren – Lenbach scheint das zu können …

Die Biographie Franz Lenbachs ist so umfangreich, dass ich mich auf eines konzentrieren muss. Man sagt ihm nach, er inszeniere sein Leben. Unter inszenieren kann man den strategischen Aufbau von irgendwas, auch der eigenen Lebensweise, verstehen. Man spricht von Lenbachs öffentlich zugänglichem Schauatelier, wo sich der Künstler im hippen Gesellschaftsanzug vor einer Staffelei bewundern lässt. Er darf das, denn er zählt zu den fähigsten Malern seiner Zeit. Dass er sich jemals für längere Zeit in Frankfurt aufgehalten hätte, habe ich nirgendwo finden können – aber sein Können als Maler reicht aus, um seiner in Sachsenhausen auch mithilfe einer eigenen Straße zu gedenken. 1904 stirbt Franz Lenbach in München – wo sonst.

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