Gerbermühlstraße

frankfurter bembel Die Gerbermühlstraße reicht von Sachsenhausen bis Offenbach, wobei sie Oberrad südlich liegen lässt. Sie ist ein Spross von Seehofstraße und Siemensstraße. Bereits an ihrem Ursprung übernimmt sie als B 43 selbstbewusst das Regiment. und macht es sich bequem, denn sie verläuft allweil zwischen dem Main und der Bahnstrecke nach Offenbach. Nur an der Gerbermühle selbst, da macht sie einen kurzen Schlenker, um für kurze Zeit dem Main noch näher zu sein. Ungefähr auf Höhe der Main-Staustufe Offenbach wird aus der Gerbermühlstraße die Strahlenbergerstraße – beide Straßen haben eine historischem Bezug zur Gerbermühle.
Wen wundert´s: Goethe!
Patin der Gerbermühlstraße ist die Gerbermühle – die als Mühle selbst sehr berühmte Namen durch die Historie klappert, denn auch Goethe und die von Willemers halten sich hier auf. Es ist von Willemer, der Goethe 1814 zum Besuch in die Gerbermühle, seinen hübschen Sommersitz, einlädt. Hier scheint der Dichter, so fern von seiner Christiane, manch sinnlich frohe Stunde zu verbringen.
Von Wassemühlen, Farbmühlen und Gerbermühlen …
Doch genug des intimen Geklappers – die Gerbermühle hat ihre eigene Geschichte. Ihren Ursprung vermutet man um 1520. Vermutlich ist sie als Wassermühle im damals von Ovenbach´schen Wasserhof erbaut, einem Hofgut, das zum Dorf Rad gehört. Im Laufe ihrer Entwicklung übernimmt sie verschiedene Aufgaben, ist neben Wassermühle auch Farbmühle, wo man mit Schleifsteinen benötigte Farbpigmente aus Kupfer mahlt. Ab 1688 übernimmt ein Lederwarenproduzent Jahrzehnte lang die Hausherrschaft, wodurch sie zur Gerbermühle wird und sich den Namen bis heute bewahrt.
Goethe und Marianne …
Weil Goethe sich mit Marianne von Willemer, der Hausherrin, im „West-östlichen-Divan“ dort ein literarisches Denkmal setzt, ist auch die Gerbermühle selbst heute als Baudenkmal geschützt und als Ausflugslokal höchst beliebt – ich war dort.
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