Hans-Thoma-Straße

frankfurter bembel In Hans Thoma begegne ich auf meinem Streifzug durch die Geschichte und Sachsenhausen einem kommenden Künstler, der 1839 im Schwarzwald geboren wird, seinen Weg geht und 1924 als angesehener Maler in Karlsruhe stirbt.
hans thoma - hans-thoma-strasse sachsenhausenDiesmal ist es die Mama, die das Genie mit in die Familie bringt, denn der Papa ist ein einfacher Mensch. Hans Thoma, der geistige Vater der Hans-Thoma-Straße in Sachsenhausen, ist Autodidakt, der im Laufe seines Werdens verschiedene Lehren abbricht. Er fühlt das Künstlerische in seinem Wesen und malt und zeichnet einfach. Und das mit Erfolg, denn seine innere Klarheit + sein Bemühen bringen ihn schließlich an die Staatliche Kunstakademie Karlsruhe, wo er nach sieben Jahre sein Studium abschließt. Dann beginnt auch für ihn die Wanderzeit. Er landet in Paris und letztlich in München. Dort bleibt er bis 1876, um zwei Jahre später nach Frankfurt zu ziehen – und hier wird er sich besonders in die Herzen der Frankfurter (aber nicht nur), malen, denn eins seiner Bilder wird zu ihrem Lieblingsbild. Es ist das Bild, das er 1883 von der Oed malt. Ein romantisches Bild, das den Blick aus Thomas Fenster hinaus in den Holzhausenpark samt Schlösschen, der Oed, zeigt.
Obwohl ich den Holzhausenpark gut kenne, das liebenswerte Bild kenne ich nicht. Es hängt im Städel und da will ich jetzt hin. – Es ist bezaubernd – ich träume! Das offene Fenster mit aufgeschlagenem Buch auf der Fensterbank. Rechts und links ein Krug mit Blumen, der Blick hinaus in den Park. Die Oed scheint, umschmeichelt von Bäumen, in Sonnenlicht getaucht – Ich fühle die Kühle drinnen, die warme Luft draußen – kenne die Stimmung.
Eine andere Geschichte weiß man über den Meister zu erzählen. Unter Zeitdruck soll er im damaligen Café Bauer an der Frankfurter Hauptwache die Wände bemalen. Weil es ihm da zu laut und zu umtriebig aufgrund der Renovierungsarbeiten, ist und er da nicht arbeiten kann, nimmt er große Rollen Papier, bemalt die und klebt sie rechtzeitig zur Eröffnung im Café an die Wand. Nein, die Tapete gab es auch früher schon – aber die Idee ist dennoch klasse …   

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