Heigenbrücker-Weg

frankfurter bembelDer Heigenbrücker-Weg in Sachsenhausen liegt ganz in der Nähe der Aschaffenburger-Straße und südlich der Binding Brauerei. Was hat der, von ca. 2000 Seelen bewohnte, Luftkurort Heigenbrücken, der so mitten im Spessart Naturpark liegt, mit Frankfurt zu tun? Hier bildet noch nicht einmal der Main die Brücke nach Frankfurt.
Aber: Heigenbrücken ist Eigentum des Erzstiftes Mainz, das 1803 zerfällt. Schuld daran,  die Säkularisation! Die zerstreuten rechtsrheinischen Territorien des ehemaligen Erzbistums werden im neuen Fürstentum Aschaffenburg zusammengefasst. Der letzte Erzbischof und Kurfürst von Mainz, Großherzog und Fürstprimas Karl von Dalberg übernimmt in Aschaffenburg das Regiment. Bereits drei Jahre später, 1806, fallen dem jungen Fürstentum auch die Reichsstadt Frankfurt und Gebiete im Spessart zu, auch Heigenbrücken. 1810 erklärt man das gesamte Staatsgebiet Karl von Dalbergs zum Großherzogtum Frankfurt, was es bis 1813 bleibt.

Karl von Dalberg – der Großherzog – aufgeklärter Geist …

Karl von Dalberg ist ein weitsichtiger Mann und erfasst vom Geist der Aufklärung. 1808 gründet er in Aschaffenburg die nach ihm benannte Karls-Universität. Er setzt in seinem Staat der Leibeigenschaft und dem Frondienst ein Ende; er frischt das veraltete Bildungswesen auf und setzt sich für die Gleichstellung der jüdischen Bevölkerung ein. Doch alles nutzt nicht wirklich viel. Die vielen Kriege und Auseinandersetzungen mit Napoleon belasten Geist und Materie stark und so ist an die Umsetzung von weiteren, weitreichenderen Reformen nicht zu denken. Deshalb verabschiedet sich der weitdenkende, vielfach unverstandene Herrscher, der in seiner kurzen Amtszeit so viel bewegt hat. Er dankt ab und zieht sich nach Regensburg zurück, wo er 1817 stirbt.
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