Heisterstraße

frankfurter bembel Die Heisterstraße in Sachsenhausen stellt die Verbindung zwischen Seehof- und Darmstädter Landstraße her und ist nach dem 1683 (-1758) geborenen Frankfurter Lorenz Heister benannt. Auch er ist das Kind aus einem Elternhaus, das in eine völlig andere Richtung weist, als die, die der junge Mann einschlagen wird. Der Vater ist Gastwirt in Frankfurt. Aus dem Sohn Lorenz soll einmal nicht nur ein Pflanzenkundler mit zeichnerischen Fähigkeiten, ein Botaniker, werden. Aus ihm soll auch ein Arzt werden, dessen Bücher revolutionär sind und nach dem man noch heute ein chirurgisches Instrument benennt. Zudem wagt Heister sich in seiner Zeit auf ein medizinisches Gebiet, das vor ihm bislang nur andere betreten haben, die Chirurgie.

Beruflicher Werdegang eines berühmten Chirurgen …

Lorenz Heister besucht in Frankfurt das Gymnasium, wo er 1701 der medizinischen Fachgröße seiner Zeit begegnet. J. A. Eisenbarth ist Doktor ohne Dr. und ist als höchst privilegierter und erfolgreicher Arzt ganz ohne Examen auch öfter mal in Frankfurt. Wohl sehr beeindruckt, studiert Lorenz Medizin, ist später im spanischen Thronfolgekrieg 1701-1714 wieder anzutreffen, wo er praktische Erfahrungen als medizinischer Assistent erwirbt. Er unterbricht seinen Dienst, um sich in anderen wissenschaftlichen Disziplinen weiterzubilden, promoviert als Arzt und geht erneut als Feldarzt in den Krieg.

Arzt und Botaniker –  ein Garten muss es sein ….

Danach geht es rasant aufwärts mit dem jungen Mediziner, der als Professor erst im fränkischen Altdorf, dann im niedersächsischen Helmstedt wirkt. Dort lehrt und praktiziert er nicht nur als Arzt, sondern baut auch an seiner Karriere als Botanik-Professor und an seinem botanischen Garten. Der zählt zu den attraktivsten Gärten seiner Zeit. Doch 1810 wird der Garten samt Uni aufgelöst.

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