Hühnerweg

frankfurter bembel Den Humor der Frankfurter hat man ja bereits kennengelernt – von fein, wie bei Fraa Melber bis derb, wie bei Fraa Rauscher. Also schmunzle ich beim Hühnerweg, von dem man nicht vermutet, dass er seinen Namen aus einer ziemlich ernsten und historisch interessanten Gegenbenheit ableitet. Die Frankfurter nehmen´s leicht, ob aus Spaß oder Unkenntnis und machen aus den Hünengräbern, die es im Oberwald, östlich Sachsenhausens, reichlich geben soll, na ja, nicht grade Hühnergräber, aber einen Hühnerweg.

Was ist ein Hünengrab ….

Als Hünengräber bezeichnet man Großsteingräber, die in verschiedenen Hügelgräberkulturen regional sogar bis ins frühe Mittelalter gebaut bzw. genutzt werden. Doch es scheiden sich die Geister, denn bislang gibt es wohl keine einheitliche Definition, welche Funktion ein Hünengrab wirklich hat – falls es sie überhaupt geben kann. So kann ein Hünengrab eine Art Bein-Haus sein, in dem nur die Skelette der Verstorbenen aufbewahrt werden. Aber wo liegen dann die Toten rum, bis man sie szs. als Knochen einlagert? Es könnte sich aber auch um zugängliche Grabkammern handeln, in denen ganze Generationen ihre Ruhestätte hatten … Es bleiben auch heute noch viele Fragen offen …

Und was ist ein Hüne …

Ein Hüne ist ein riesig großes Geschöpf, ein Riese eben; unsere Umgangssprache weiß es noch: groß wie ein Hüne, ein wahrer Hüne! Ein Hünengrab wird auch als Hünenbett bezeichnet. Man kann aus Hüne also schließen, dass es ein großes Grab, ein großes Bett sein muss. Ein Huhn ist ein ziemlich kleines Geschöpf und braucht zum Schlafen nicht viel Platz … Und was verbindet beide, jetzt? Auch hier bleibt die Frage offen …
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