Kranichsteiner-Straße

frankfurter bembelSie bekommt den Namen vom Jagdschloss Kranichstein, das im gleichnamigen Vorort des benachbarten Darmstadt steht. Ein barockes Schlösschen, das 1578 für den Landgrafen Georg I. von Hessen-Darmstadt umgebaut wird. Das muss ich mir angucken – ich finde es bezaubernd! Trotz Barock hat es eine so klare „prachtlose“ Linie, eine so klare harmonische Ausstrahlung, dass ich mich auf Anhieb verliebe.

Die Jagd, eine Alternative zu Fußball + Formel 1 ….

Obwohl ich nichts für die Jagd übrig habe, muss ich dennoch beim Anblick dieses Schlösschens, nein, dieses hinreißenden Schlosses, näher auf seine Geschichte eingehen – es ist einfach zu schön; dabei versuche ich Sinn und Zweck auszublenden. Jakob Kesselhuth heißt der herzogliche Baumeister, der um 1580, in nur zwei Jahren den im Stil der Renaissance erbauten Gutshof für seinen Grafen umbaut. Es entstehen Fischteiche, Fasanerie und die Vorgängerin einer Tierauffang- bzw. Aufzuchtstation. Es werden sternförmig Schneisen in den Wald geschlagen, damit man das Wild auf der Flucht leichter und nicht nur mit den Augen verfolgen kann. Die Jagd ist das damalige herrschaftliche Hauptvergnügen und man muss verstehen, sie haben ja noch keinen Hockenheim-Ring und Fußball kennt man auch noch nicht.

Die Parforcejagd …

Und dann der Umbruch 1768: Ludwig IX. macht mit der, bis dahin gepflegten Parforcejagd Schluss! Diese Jagdform ist eine Hetzjagd, während der das Wild bis zur Erschöpfung von Hund und Mensch auf Pferd gejagt wird. Woanders liebt man so etwas noch heute.

Aus einem Jagdschloss wird ein Hotel …

Im Laufe der Geschichte wird das Schlösschen viele prominente Gesichter sehen, schöne Feste erleben und bezaubernder Sommersitz sein. Und heute: da beherbergt es ein Hotel, einen Reiterhof und die Jagd ist nur noch Museum.