Laubestraße

frankfurter bembelWo auch immer eine Straße beginnen oder enden mag, was ist das Kriterium? Ich jedenfalls laufe jetzt die Laubestraße in Richtung Süden, entgegen dem Verkehr. Auch so herum ist sie eine schöne (Einbahn-)Straße, deren Fassaden mir gut gefallen. Ich liebe diese Gründerzeit-Architektur und am liebsten laufe ich bei Dunkelheit an diesen erleuchteten Fenstern vorbei. Dann werfe ich im Vorbeigehen einen schnellen unaufdringlichen Blick in Innenräume …. Nein, nein, ich will gar nicht wissen, was sich drinnen alles abspielt, ich genieße nur das Zusammenwirken von schöner Raumgestaltung, Licht und Architektur.

Heinrich Laube – Wien und Leipzig ….

Auf meiner Suche nach der Erklärung zum Namensgeber der Laubestraße begegne ich Heinrich Laube, der 1806 in Sprottau, im heutigen Polen, geboren wird. Als erwachsener Mensch verfasst er literarische Texte, schreibt Theaterstücke und übernimmt ab 1849 in Wien und Leipzig diverse Führungsaufgaben an verschiedenen Theatern. Davor aber ist er ziemlich politisch, schreibt kritisch für verschiedene Zeitungen und das schafft einigen Ärger – meist für ihn. Schon als Bursche in der Breslauer Burschenschaft hockt er im Karzer und später wird er wegen Aufwiegelung zu mehreren Jahren Haft verurteilt, die er jedoch nicht voll absitzen muss. In Leipzig trifft er auf den gleichorientierten Karl Gutzkow, den Namensgeber der Gutzkowstraße, den ich bereits kenne.

… und Frankfurt

Und Frankfurt? Welchen Bezug hat er zur Stadt? Es ist die Revolution von 1848/49 die ihn als Journalisten hierher bringt. Er berichtet nicht nur über die politischen Geschehnisse rund um die Frankfurter Paulskirche, sondern zieht letztendlich als Mandatsträger seines Heimatbezirkes selbst in die Frankfurter Nationalversammlung ein. Doch seine politischen Hoffnungen + Visionen erfüllen sich nicht und noch 1849 legt er sein Mandat nieder. 1884 stirbt Heinrich Laube in Wien.