Lettigkautweg

frankfurter bembelWas liegt näher, als den Lettigkautweg mit dem Breulsweg in Verbindung zu bringen. Da draußen, wo es in früheren Zeiten Feuchtwiesen, die Breuls, gibt, verwundert es einen eher nicht, dass es da auch Lettig, einen lehmartigen Boden, gibt. Ein schwerer Boden, der sich in frühen Zeiten ideal zum Bau von Wohnhäusern verwenden lässt. Im Mittelalter und der beginnenden Neuzeit will man in Sachsenhausen architektonisch nämlich noch nicht so hoch hinaus.

Und was eine Kaut ist, das weiß man spätestens seit man am westlichen Ende Sachsenhausens auf den Spuren des Basaltsteinbruchs, dem Schwarzsteinkautweg, einmal unterwegs war. Die Kaut nämlich ist eine Grube, eine Kuhle. Im Falle der Lettigkaut handelt es sich also um eine Lehmgrube, aus der man die schwere, tonartige Erde abbaut und sie für die Herstellung von  Ziegel und Backsteinen verwendet.

Am Ostrande Sachsenhausens steht der Mühlberg und dort steht im 15. Jahrhundert die erste Sachsenhäuser Warte, vollkommen aus Holz gebaut. Man gibt sie auf, weil sie als hölzerner Turm nicht mehr stand- und wehrhaft genug ist. Benutzbar als Ausguck nach dem herannahenden Feind vielleicht noch, mehr jedoch nicht. 1470 löst man die alte Warte durch eine neue ab. Diesmal wird sie aus Stein erbaut und an einem strategisch besseren Platz platziert – ganz oben auf dem Sachsenhäuser Berg nämlich. Vielleicht ist ja die Neue Sachsenhäuser Warte aus solchen Backsteinen + Ziegel erbaut, deren Basis-Material aus der Lettigkaut kommt, wer weiß …

Der Lettigkautweg umschließt mit Wendelsweg und Seehofsweg den Seehofpark, und kurz bevor er sich in der Offenbacher Landstraße verabschiedet, trifft er auf Auf dem Mühlberg und auf Am Mühlkanal. Das spricht eindeutig für Feuchtgebiet und der Name Lettigkautweg macht Sinn.

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