Löherstraße

frankfurter bembelWoher die Bezeichnung Löher? Was ist das? Hier die Erklärung: Früher nennt man die Gerber Löher oder Lohgerber. Sie haben eine eigene Zunft und sind selbstverständlich auch in Frankfurt vertreten. Sie sind verantwortlich für die Herstellung des groben Leders, aus dem man Sattel, Schuhe, Sohlen und Gürtel macht. Dazu braucht es viel Platz und sehr viel Holz und meistens das der Eichen. Und wie bekannt ist, wachsen im Frankfurter Stadtwald viele Eichen. Deren gerbstoffreiche Rinde und anderes mehr, werden in der Lohgerberei verwendet, damit die Haut zum Leder wird. Ich erinnere mich an meine Zeit in Oberbayern, da gibt es den Ort Eschenlohe. Ergo: lohen geht auch mit Eschenrinde. Es geht lange so, doch dann verschwinden die Löher oder Rotgerber, weil die aufkommende Industrialisierung mit dem Beruf das macht, was der Beruf mit den Gerbern macht, sie rafft hinweg, denn Gerben ist eine höchst giftige Angelegenheit.

Was haben die Löherstraße und Das Parfum gemeinsam?

Etymologisch betrachtet bedeutet das Wort lohen soviel wie die (Baumrinde) schälen. Löher sein ist ein gefährlicher Job – nass, kalt, ätzend, schmutzig und er macht krank. Jeder, der Patrick Süskinds Roman Das Parfum gelesen hat, weiß das. Wer nicht gelesen hat, der kann das nachholen oder auch nicht, denn hier braucht´s richtig gute Nerven.

Auf- und Niedergang nicht nur eines Berufszweiges …

Die Löherstraße zweigt an der Dreikönigskirche von der Dreikönigsstraße ab und verläuft versteckt, doch parallel zum Sachsenhäuser Ufer. Hier ist ihr abruptes Ende. Beruf und Straße scheinen das gleiche Schicksal zu teilen, sie verschwinden einfach. Westlich raubt man der Löherstraße ein Stück für eine Kirche, den östlichen Durchbruch zur Walter-Kolb-Straße verwehrt man ihr einfach. Dafür aber gibt´s einen lauschigen Spielplatz und einen herrlichen Blick auf die Dreikönigskirche.

[pw_map address=“Löherstraße Frankfurt am Main“ width=“400px“ height=“300px“]

Ein Gedanke zu “Löherstraße

  1. Pingback: 3. Juni – Neun neue Straßeneinträge …. | Frankfurt-Sachsenhausen

Schreibe einen Kommentar