Mörfelder-Landstraße

frankfurter bembelSüd-westlich von Frankfurt liegt die kleine Stadt Mörfelden(-Walldorf), die als Patin ihren Namen für eine große Landstraße stellt. Die Straße beginnt in Sachsenhausen am Knotenpunkt von Darmstädter-Landstraße und Offenbacher-Landstraße und führt in Richtung Süden. Wo allerdings sie ihren Namen zugunsten eines anderen aufgibt, das liegt im Dunkel. Ab der Siedlung Heimatring führt sie durch den Frankfurter Stadtwald und hier ist Schluss mit Sachsenhausen!

Mörfelden ist ein kleines Städtchen, das allerdings auf eine lange Geschichte zurückblickt. Diese beginnt ganz offiziell bereits im 9. Jahrhundert. Die Siedlung liegt mitten im damaligen Reichsforst, dem Wildbann Dreieich, wo nur der König das Recht auf Jagd und allen Nutzen hat. Den Nutzen haben heißt: Hier darf nur Seine Majestät neben jagen auch fischen und Holz fällen lassen, das darf auch nur er, sofern er dieses Recht nicht gegen bare Münze verpachtet hat.

Um den Wald vor Dieben und Wilderern zu schützen, richten die Majestäten vorort eigene Kontroll-Landhöfe ein, deren Bewohner die Pflicht haben, ihr einziges Augenmerk auf das Eigentum des Königs zu richten. Wird also ein armer Schlucker beim Klauen erwischt, hat das meist höchst hässliche Folgen für ihn und kann sogar sein Leben kosten.

Es sind die sog. Wildhuben, die mitten im schier unendlichen, unbesiedelten Wald entstehen und von Forst- bzw. Wildhütern bewohnt werden. Aus den kleinen Huben entwickeln sich im Laufe der Geschichte viele, größere Siedlungen. Eine Wildhube umfasst ein bestimmtes Areal, das ausreichende Erträge liefert, von denen sich der Hübner samt seiner Familie ernähren kann. Dafür hat er allerdings jederzeit seinem jagdlustigen König und dessen verwöhntem Gefolge als Gegenleistung Unterkunft und Verpflegung zu garantieren.

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