Morgensternstraße

frankfurter bembelIn der Morgensternstraße begegne ich einem bekannten Dichter und Lyriker, den ich sehr schätze. Ich frage nicht danach, welchen Bezug er zu Sachsenhausen haben mag. Er hat ihn einfach.

Christian Morgenstern wird 1871 in München geboren. Die Familie ist berühmt. Die Eltern lieben das Kind und es geht ihm anfangs ziemlich gut. Die ersten Jahre seines Lebens verbringt er viel in der Natur, erfährt durch die Eltern, was Freude am Leben heißt, gewinnt daraus die Kraft. Doch dann wird die Mutter krank. Sie stirbt an Tuberkulose als der Junge gerade mal 10 Jahre ist. Da hat er sich bereits angesteckt. Von nun an, das schreibt er selbst, geht es ihm nicht mehr so gut. Und wie er sagt, kann er die einst gewonnene Kraft nach dem Tod der Mutter auch gut gebrauchen. Innere und äußeren Angriffe stellen sich ein und nehmen zu. Die Schule wird zum Alptraum und der „viel einsame und stillfrohe Knabe“ zieht wiederum Kraft aus der Natur und der Erinnerung an bessere Zeiten.

Rückzug nach innen …

Physisch geschwächt, dafür geistig höchst aufgeschlossen, hört er ab 1909 Vorträge Rudolf Steiners, der zu einem engen Freund wird. Noch im gleichen Jahr wird Christian Morgenstern Mitglied der Deutschen Theosophischen Gesellschaft, in der Steiner die Funktion des Generalsekretärs innehat. Nietzsche, de Lagarde und Ibsen sind zentrale Figuren in seinem Leben und wirken in ihm nach. Neben all seinem Schaffen ist er immer wieder krank,doch reist er viel umher, zu Kuren und überhaupt. Und noch bevor der Mensch 1910 Margareta heiratet, hat man ihm den frühen Tod bereits vorausgesagt.

Dieser ereilt ihn 1914 in Meran, von wo aus man den Leichnam nach Basel überführt und einäschert. Rudolf Steiner, der Freund, sorgt dafür, dass die Urne im Goetheaneum in Dornach beigesetzt wird.

„viel einsame und stillfrohe Knabe“ – Zitat aus Christian Morgenstern Gesammelte Werke in einem Band – R. Piper & Co. Verlag, München

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Ein Gedanke zu “Morgensternstraße

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