Schneckenhofstraße

frankfurter bembel Es ist denkbar, dass der Name Schneckenhofstraße darauf zurückzuführen ist, dass es im frühen Sachsenhausen wenigstens eine mittelalterliche Schneckenfarm, einen Schneckenhof gibt!

Von Kelten und Römern …

Schnecken sammelt, züchtet und verspeist man bereits zur Zeit der Kelten, denn die kleinen Kriecher schmecken einfach fabelhaft. Auch Römer und Griechen erweisen sich als antike Feinschmecker, und noch heute gehören die Weichtiere in Frankreich und Italien zur gehobenen Küche. Von den Römern weiß man, dass sie regelrechte Schnecken-Mastbetriebe einrichten. Zudem lassen sie sich hervorragende Zubereitungsarten einfallen, um mit der Delikatesse ihren Appetit anzuregen, denn mehr kann das ja nicht sein. Man kennt das ja.

Leckeres Nichtfleisch für Mönche …
Nicht nur die Römer lieben Schneckengerichte! Da sind auch die mittelalterlichen Gottesleut´. Die pfiffigen Pfaffen kommen auf eine ganz besondere Idee! Sie erklären kurzerhand Schnecken-Fleisch zu Nichtfleisch. Damit haben sie während der Fastenzeit freie Hand, denn das leckere Nichtfleisch lässt sich perfekt in den Fasten-Speiseplan integrieren. Nun darf man Schnecken in Knoblauchbutter und Schnecken im Bierteig essen, ohne sich dabei schuldig fühlen zu müssen. Sehr smart!  
Schneckenhof, eine mittelalterliche Schneckenfarm … 
Mit wachsender Nachfrage nach der Delikatesse Schnecke entwickelt sich die Schneckenzucht und wird schnell zu einem lukrativen Geschäft. Denn was die Römer können, können die Frankfurter und Sachsenhausener auch. Vor den Toren der Stadt beginnt man die Tierchen in richtigen Farmen und im großen Stil zu vervielfältigen, was sie ja ganz von alleine tun. Damit sie, wie einst die Schweine im Frankfurter Stadtwald auch, richtig fett werden, mästet man die kleinen Kriecher mit feinen Kräutern. Jetzt hat man beim Zubeißen auch was spürbar Schmackhaftes zwischen den Zähnen. Als man auch diesen Bogen raushat, beginnt ein florierender Handel mit den Kräuterschnecken! Man entwickelt höchst funktionale Verpackungs- und Versandmethoden und liefert europaweit. Auch das ziemlich smart!         
Von der Kräuterschnecke zur Beautyschnecke …
Inzwischen hat die Kosmetikindustrie auch den Mehrwert der Schnecke als Energiespar-Massagegerät entdeckt und setzt die kleinen Schleimer gezielt zu Beautyzwecken ein. Ooops, von der Schneckenfarm zur Beautyfarm – nennt man das einen Karrieresprung? Weinbergschnecken sind in Deutschland streng geschützt. Weil aber der Gourmet nicht auf diese Delikatesse verzichten mag, greift die Industrie auf die altbewährte Methode der Schneckenfarm zurück und züchtet + versendet, was das Zeug hält.
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