Textorstraße

frankfurter bembel Sie ist lang und breit, diese Textorstraße in Sachsenhausen, was durchaus etwas über die Bedeutung ihres Namensgebers aussagen könnte. Ihr Name lässt sich auf Johann Wolfgang Textor zurückführen, der in enger Connection zu Johann Wolfgang von Goethe steht, seinem berühmten Enkel. Johann Wolfgang Textor wird 1693 in Frankfurt geboren, wo er im Jahre 1771 auch seinen ewigen Frieden  findet.  
Doch ganz gewiss ist es nicht nur der berühmte Enkel, durch den man auf ihn aufmerksam wird. Großvater Textor ist selber berühmt und hat das gar nicht nötig. Wie könnte er auch, ist er doch während seiner Zeit im Auftrag allerhöchster Stelle in Frankfurt  als Schultheiß Gericht und Finanzamt in Personalunion. Hier bekleidet der studierte Jurist viele Ämter und ist, trotz mehrfacher Wahl zum „Älteren Bürgermeister“ (heute der OB) nicht überall beliebt. Zeitgenössische Frankfurter Bürger beschuldigen ihn übler Machenschaften und auch der Schwiegersohn, der Vater unseres großen Dichters Johann Wolfgang von Goethe, ist nicht wirklich gut auf ihn zu sprechen. Hingegen beschreibt ihn der Enkel selbst als beschaulichen Mann, der sich gerne mit Obst und .., nein, nein, Blumen, in seinem riesigen Garten beschäftigt und die Konvention liebt.
Und es ist der Enkel, Johann Wolfgang von Goethe, der mir das Stichwort von Dichtung und Wahrheit liefert, denn um Johann Wolfgang Textor ranken sich Wahrheiten, die sich durchaus als Dichtung erweisen könnten. Hellsichtig soll er gewesen sein und als Jungspund ein Verführer … Wer weiß.
Die Textorstraße beginnt im Westen Ecke Holbeinstraße, trennt am Adlhochplatz die Brückenstraße und mündet schließlich im Osten in die Darmstädter Landstraße. Nach Johann Wolfgang Textor ist im Übrigen auch das vielbesuchte Textorbad benannt.  
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